Peter Fox
Was ein schlauer Peter Fox
Nachdem Peter Fox mit seiner Hauptband Seed bereits die Hip Hop-Anhänger und die gesamte Chill out-Zone gleich mit erobert hat, erreicht er mit seinem ersten Solo-Album „Stadtaffe“ nun auch den gemeinen Pop-Konsumenten. Und trotzdem – Peter Fox nimmt zwischen den Stühlen Platz und fühlt sich in dieser Position so richtig wohl.
Was zunächst nicht besonders innovativ klingt, wächst doch recht schnell zu einem der besten Alben der vielleicht letzten zehn Jahre. Versuche, mit Streichern neue Akzente zu setzen, gibt es freilich genug. Die Toten Hosen oder Metallica haben sich hieran versucht – mit ungleich guten Ergebnissen. Peter Fox jedoch schafft es hier, dass es nicht einfach nach einem Experiment klingt, sondern nach etwas Neuem.
In einer Zeit, in der altgediente Veteranen wie Die Ärzte, Die Toten Hosen und Herbert Grönemeyer musikalisch kaum noch etwas Neues zu bieten haben und Bands wie Silbermond, Juli oder Wir sind Helden sich zum Teil schon auf der zweiten, dritten oder gar vierten (perfekten) Welle treiben lassen, tut diese Zäsur des Peter Fox wahrlich gut.
Peter Fox disst Vertreter der deutschen Pop- und Rock-Szene
Und dessen ist sich Pierre Baigorry, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, auch voll und ganz bewusst und übt aus diesem Selbstbewusstsein harsche Kritik an der deutschen Pop- und Rock-Szene: „Berechenbar und langweilig… fast alles versinkt in Mittelmäßigkeit“ – so lautet das Fazit des Seed-„Sängers“.
Die „Abrissbirne der deutschen Szene“ – was selbstironisch und für Hip Hop-Verhältnisse recht handzahm anmutet, scheint der Berliner Jung nun doch ernst zu meinen. Ist er vielleicht gar sogar der Marcel Reich-Ranicki der Pop- und Rock-Szene?
Ebenso wie auch der große alte deutsche Literaturkritiker mit seiner harschen Meinung voll und ganz ins Schwarze traf, so werden auch die von Peter Fox gewählten, deftigen Worte verhallen und der Skip-Taste zum Opfer fallen.
Anders als etwa in Amerika, war es in Deutschland lange Zeit gerade die Hip Hop-Szene, aus der neue Impulse kamen. Man denke nur an die interessanten Machwerke von Deichkind, Absolute Beginner, Freundeskreis oder eben an Seed – doch auch hier kam die Kreativität irgendwann zum Erliegen. Irgendwann aber wird womöglich auch in der hiesigen Pop-Landschaft alles wieder „Schwarz zu blau“.




