U2
Die künstlerisch wirklich produktive Phase von U2 liegt sicherlich schon über zehn Jahre zurück. Nach dem kommerziell riesigen Erfolg von „The Joshua Tree“ im Jahre 1997 experimentierte U2 mit elektronischen Klängen; Ziel war es offenbar, den Mainstream zu erreichen – Techno war damals äußerst populär.
Geradezu folgerichtig gipfelten diese Bemühungen, die schon auf „Zooropa“ zu hören waren, in dem Album „Pop“. Überdeutlich war hier zu spüren, dass U2 nach einer neuen Leichtigkeit suchten… und in ihrer eigenen Pop-Musik auch fanden.
Nach dieser, für U2-Verhältnisse ungewohnt experimentellen Phase geht die Band seit 2000 wieder konsequent zu ihren Wurzeln zurück. Das Album „No line on the horizon“ schließlich kann als (vorerst) endgültiger Versuch gewertet werden, den Spirit von „The Joshua Tree“ wieder aufleben zu lassen.
Das, was U2 seit mehr als einem geschlagenen Jahrzehnt machen, ist schlicht und ergreifend Konsolidierung auf zugegeben hohem Niveau. Innovationen sucht man bei der irischen Rock-Band vergebens, was ihr angesichts der kommerziellen Erfolge und zahlreicher Auszeichnungen vielleicht nicht einmal verübelt werden kann.
Wenigstens hatte auch der nicht zwanghafte Fan 2004 mit dem Song „Vertigo“ das Gefühl, hier noch einmal einen kraftvollen Pop-Rock-Song serviert zu bekommen, auch wenn das dazugehörige Album „How to Dismantle an Atomic Bomb“ doch eher wieder typische U2-Kost war.
U2 lebt anno 2009 insbesondere von dem Vermächtnis, das sie aufgebaut haben, sicherlich auch von der enormen Präsenz der Band insgesamt, aber auch und gerade von dem Pathos, wie er von dem eitlen Weltverbesserer Bono ausgeht.




