Phillip Boa
Phillip Boa steht seit mittlerweile 25 Jahren für Indie Made in Germany… auch wenn der „Indie-Papst“ mittlerweile Malta sein Zuhause nennt. Sein neues Album „Diamonds Fall“ erscheint im Frühjahr 2009; doch was ist übrig geblieben von dem Mann, der Independent-Musik entscheidend mitgeprägt hat?
Einen Hang zum Größenwahn hatte er ja schon immer – doch immer häufiger erlebt man Ernst Ulrich Figgen, wie er bürgerlich heißt, von seiner sensiblen Seite, eine Seite, die Boa jedoch schon immer hatte. Die großen Zeiten des Indies, so wie er vielleicht bis in die frühen 1990er mal war, sind längst vorbei.
Der Rebell von einst, der ewig Unangepasste, kopiert sich mittlerweile selbst. „Konstanz“ könnte man es auch nennen – doch letztlich ist das alles wohl nicht mehr so wichtig. Phillip Boa hat schließlich viel erreicht, und erreicht seine Fans auch heute noch mit seiner Musik – jedoch nur noch die. Die „Sturm und Drang“-Zeit ist nun vorüber, das Alter hat ihn erreicht. “Warum soll man denn alt werden? Das ist doch scheiße” (Quelle: taz) reflektiert Phillip Boa, um schließlich abzuwinken.
Tatsächlich steht Phillip Boa für Independent-Musik, die heute merkwürdig antiquiert wirkt. Zweifelsohne hat dies auch heute noch seinen Charme – aber wohl nur dann, wenn man mit Boa aufgewachsen ist. „Container Love“, „This is Michael“, aber auch „And then she kissed her“ sind Klassiker, die damals auf vielen Keller-Parties und in einschlägigen Szene-Discos rauf und runter liefen. Anschließend ging es wohl nur noch um Konsolidierung, oder darum, sich einen bestimmten Lebensstandard zu sichern.
Die Konzerte von Phillip Boa haben stets etwas Entrücktes; viel zu sehen gibt es indes nicht, da Boa kaum Licht zulässt und sich ohnehin nicht viel bewegt. Dennoch braucht er die Bühne, den „Draht“ zu seinen Fans, auf die er sich immer verlassen kann und eben auch verlässt. Als Verwalter seines musikalischen Erbes würde Phillip Boa ohnehin nicht damit anfangen, sich anzubiedern. Und letztlich schließt sich damit ja auch der Kreis…




