Depeche Mode
Während U2 ihr musikalisches Erbe nur noch verwalten, entdecken sich Depeche Mode immer wieder neu – und können doch nicht aus ihrer Haut.
1993 war sicherlich ein Wendepunkt in der Karriere der Synthie-Helden aus Basildon. Die 80er waren überstanden, der Schritt hinein in die 90er wurde mit Violator zum phänomenalen Erfolg – und dann das: Dave Gahan präsentiert sich als Mischung aus Kurt Cobain und Heiland, die Single „I feel you“ fällt dementsprechend rocklastig aus. Über die Folgejahre, die von der Heroin-Sucht des Sängers geprägt waren, wurde schon zu viel geschrieben.
Die Rückkehr 1997 war ein weiteres Mal von Erfolg gekrönt: Dave Gahan sah wieder frischer aus, während die Single „Barrel of a gun“ mit Industrial-Sound und verzerrtem Gesang schockte. Dennoch schien es so, als könnten Depeche Mode machen, was sie wollen; der kommerzielle Erfolg und sogar die Anerkennung seitens der Musikpresse (einmal abgesehen von UK) waren stets verlässliche Begleiter.
Bis heute hat sich daran nichts verändert; Alben und Singles von Depeche Mode erreichten die Top Ten der Charts (erstere in vielen Ländern sogar die Pole Position). Selbst die beiden Solo-Ausflüge des Dave Gahan schlugen sich (vor allem in den deutschen Charts) beachtlich.
Es wird offensichtlich, dass sich die Band, bestehend aus Martin Gore, Dave Gahan und Andrew Fletcher, mit über hundert Millionen verkauften Tonträgern nicht nur einen Platz in der Pop-Historie gesichert hat, sondern auch in den Herzen der Fans. „Devotees“, so bezeichnen sie sich zum Teil immer noch, sind in der Tat „Liebende“ – und davon gibt es weltweit wohl mehrere Millionen. Doch auch Nicht-Fans respektieren und schätzen die Musik der ehemaligen Synthie-Popper und verbinden mit Depeche Mode einige persönliche Erfahrungen, die überwiegend wohl in den 80ern stattfanden.
Keine andere Electro-Band hat die Jahrzehnte so souverän überstanden wie Depeche Mode – selbst an den alten Songs und Alben hat der Zahn der Zeit kaum genagt; die vielen Depeche Mode-Parties, die noch heute regelmäßig zelebriert werden, sind Beweis genug.
2009 steht mit der Single „Wrong“ der erste Vorbote aus dem Album „Sounds of the universe“ in den Startlöchern: Die Fan-Maschinerie ist längst angesprungen – und auch die Musikpresse zückt wieder Papier und Stift. Depeche Mode – ein Impakt kehrt zurück und wird das Pop-Jahr 2009 wieder entscheidend prägen.




