Das Musik Business in England ist schnelllebig – da werden Stars fallen gelassen, bevor sie überhaupt Stars geworden sind (fiel nicht jüngst die großartige Little Boots nach einer Woche aus den Top Five der UK Charts, um seitdem ein Dasein in den unteren Regionen der Charts zu fristen?). Michael Jackson hat es da besser – auch wenn er davon leider nichts mehr mitbekommt. Doch auch für alteingesessene Bands wie Depeche Mode oder Placebo geht es nach erfolgtem Gipfelsturm schnell wieder bergab.
Selbst ein Mega-Talent wie VV Brown hat es da schwer, mit dem Debut-Album Travelling Like The Light (Platz 30 in der ersten Woche) Fuß zu fassen – auch die großartige Single Shark in the Water geht in den Charts eher auf Tauchstation.
Die Frage nach dem „Warum?“ versetzt einen als „Nicht-Insulaner“ in Erklärungsnöte: VV Brown ist jung, hübsch, hat eine tolle Soul-Stimme, und ist bei alledem auch noch herrlich Independent. Oder liegt es etwa daran, dass Travelling Like The Light ein bis zwei Jahre zu spät erscheint? Immerhin könnte die Duffy und Amy Winehouse Welle langsam am Abklingen sein – vielleicht ist aber auch Michael Jackson schuldig im Sinne der Anklage, einem aufstrebenden Talent wie VV Brown aufgrund einer bis dato nie dagewesenen Präsenz in den Charts die Chance zu nehmen, ernsthaft wahrgenommen zu werden.
Immerhin schlägt Michael Jackson seit einigen Wochen derart heftige Wellen, dass VV Brown’s Shark in the Water einfach nicht auftauchen möchte. Es bleibt zu hoffen, dass Tsunami Michael nicht mehr allzu lange wütet und sich die Wogen wieder glätten. Schließlich bietet Travelling Like The Light von VV Brown eine kraftvolle Mischung aus Soul, Doo Wop und Indie Rock, die sich in tiefen Gewässern gewaschen hat.
Travelling Like The Light von VV Brown: Vom Newcomer zur Lichtgestalt?
Travelling Like The Light ist jedoch auch als Kampfansage zu verstehen: Dank potentieller Welthits wie Crying Blood, Leave und Shark in the Water müsste es VV Brown eigentlich doch noch gelingen, den kometenhaften Aufstieg nicht nur in den UK Charts zu schaffen. Den ersten, jedoch etwas halbherzigen Angriff auf die Charts startet VV Brown übrigens 2005 unter ihrem bürgerlichen Namen Vanessa Brown mit dem Song Whipped. Sollte es auch diesmal nicht so recht klappen – VV Brown hat auch andere Talente: So interessiert sie sich für Fotografie und Fashion, auch wenn ihre Mode Collection doch eher gewöhnungsbedürftig erscheint.
Umso ausgereifter ist dafür das musikalische Werk von VV Brown: Mit Travelling Like The Light liefert sie eines der spannendsten Debut-Alben des Jahres 2009 ab. Hat man einmal das einigermaßen nervende Qick Fix überstanden, reiht sich ein Höhepunkt an den anderen an.







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