Der platte, fast schon dämliche Albumtitiel „Which bitch“ ist irreführend. The View haben eine Brit Pop-Platte aufgenommen, die man als „elaboriert“ bezeichnen kann. Im Vergleich zu der Single „Temptation Dice“, die recht eindimensional, positiv gesprochen eingängig klingt, finden sich auf „Which Bitch“ ansonsten verhältnismäßig verschlungene Wege – für Brit Pop-Verhältnisse, versteht sich.
Doch in ihrem Kosmos loten The View ungeahnte Pfade aus, um beinahe spielerisch mit ihren Möglichkeiten umzugehen. Hier klimpert das Piano, dort s(ch)wingen Bläser, an wiederum anderen Orten zirpen Streicher, um letztlich doch Gitarren-Musik britischer Couleur zu sein. Auch, wenn The View also durchaus neue Wege beschreiten, zumindest aber mal nach links und nach rechts schauen, bleiben sie trotz alledem ziemlich entspannt auf „Which bitch“.
„That Is Just Becauce I Know Which Way I Will Choose“ könnten The View möglicherweise dazu sagen; tatsächlich klingt „Which bitch” so, als hätte sich die Band aus Schottland so einige Gedanken um das jüngste Werk gemacht, ohne den roten Faden dabei aus den Augen zu verlieren.
Das hört man „Which bitch“ auch an. Mit „Wasted litte Djs“ aus ihrem Debüt „Hats Off to the Buskers“ lieferte die Band 2007 einen der besten Songs ab, um auf dem schwierigen zweiten Album nun ohne Single-Hit auszukommen. Es ist diesmal ausschließlich der „Masterplan“, auf den es ankommt.
Nachdenklich, und doch prollig – The View haben auf „Which bitch” viel zu bieten, auch wenn sie dabei nicht immer allzu ernst genommen werden wollen. Genau das hält sie vermutlich davon ab, pathetisch klingen zu müssen, sondern den Flausen einfach ihren kreativen Lauf zu lassen.







Hm…wer auf den Schallgrenzen Rechtschreibfehler mokiert, sollte vorsichtig bei der Genrewahl sein…Britpop…ich glaub ja nicht so… Britrock geht gerade noch so irgendwie…
Jedem sein eigener Pedantismus
Nett anzuhören sind sie allemal…live sollen sie aber ne Katastrophe sein.
Den letzten Satz unterschreibe ich sofort. Aber die Musikrichtung, die damals durch Bands wie Oasis und Blur geprägt wurde, heißt schon Brit Pop (und bezieht sich natürlich auf Rock Musik) - aber ich gebe zu, dass Brit Rock die Musik von The View aus heutiger Sicht besser trift: Immerhin ist dieses Genre-Markenzeichen nicht mehr sonderlich beliebt; man sucht ja nach Genre-Bezeichnungen wie “The Bands”.
Ich würde mir zudem nie erlauben, Rechtschreibfehler zu kritisieren: Depeche Mode haben nun einmal ein Album namens Exciter aufgenommen und nicht Exiter (letzters ist ja kein Rechtschreibfehler (sondern ein Wort mit Bedeutung), ebenso wenig wie der Plural von angel einer ist). Soviel Pedantismus muss einfach sein
Danke für die Information zu den Live-Qualitäten - ich werde das bei Gelegenheit gerne überprüfen… falls sie mal nach Deutschland kommen.