Razorlight - Slipway Fires

Was ist denn mit Razorlight los? Gut, einen gewissen Hang zum (schwülstigen) Pop hatte man ja bereits beim Hören von „America“ vermutet. Aber jetzt dieses schmachtende „Wire to Wire“? Wohl in letzter Zeit mal mit den „Kings of leon“ gesprochen, was?

Tatsächlich drängt sich einem der Gedanke auf, dass so manche Band ihr Indie-Dasein satt hat und nun endlich auch mal so richtig auf die (kommerzielle) Kacke hauen möchte. Was U2 können, das können wir schon längst – haben sich nun auch Razorlight gedacht.

Und prompt stellt sich der erwünschte Erfolg ein: Die Single „Wire to Wire“ steht in den Top Ten, und auch das Album folgt artig und handzahm nach. Ein schönes Rock- oder vielmehr Pop-Album ist das, was Razorlight hier abliefern. Gute Melodien, nett eingespielt, und lädt auch noch so richtig zum Wippen ein.

“Slipway Fires” von Razorlight: Man kasnn sich auch zu Tode wippen

Doch es bleibt beim Wippen auf „Slipway Fires“, dem nunmehr dritten Album um Sänger Johnny Borrell, dem früheren Bassisten der Libertines (!) .… die ganze Zeit… nicht einmal bei den „Monster Boots“ taucht irgendein Ungeheuer auf – vielleicht und höchstens vom Melmac. Immerhin zappelt es hier recht gehörig durch die Bude und wirkt auch ein bisschen zottelig.

Slipway Fires“ ist alles in allem zwar schön, sogar schön erfolgreich, aber eben leider auch ganz schön öde. Das haben die „Kings of leon“ sicherlich besser und ohne den totalen künstlerischen Ausfall hinbekommen. Nicht der Erfolg oder das Streben danach sind hier das Problem, sondern vielmehr das wie? Nicht anecken, um jeden Preis nicht anecken. Doch die Gefahr, auf der Schleimspur mal auszurutschen, sollten Razorlight auch nicht unterschätzen.

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