The Rakes – Klang!

Auf das erste Hören könnte man meinen, es handle sich bei „Klang!“ schlicht um ein weiteres,  ja sogar nettes Britpop-Album. Hört man jedoch etwas länger zu, und auch genauer hin, stellt man fest, dass bei den Rakes um einiges mehr geboten wird. Denn die Rakes zäumen das Pferd gewissermaßen von hinten auf…

… klingt komisch? Ist es aber nicht. In der Regel verlangen es komplexe Alben, dass sich der geneigte Hörer hineinarbeitet. Es gilt, den ungeschliffenen Rohdiamanten zu schleifen, um das Juwel am Ende in voller genießen zu können. Auf dem Album „Klang!“ der Londoner The Rakes ist es genau andersrum; die zehn Stücke klingen so lange gewohnt eingängig, bis man einen Blick hinter die Fassade riskiert. Hier tun sich schließlich die Melodien auf, die hinter dem „Gescheppere“ auf „Klang!“ zunächst verborgen bleiben.

The Rakes : Fortschritt trotz bregrenzter musikalischer Fähigkeiten

Nach bislang herausragenden Singles wie „Strasburg“, „22 Grand Job“ oder auch „We danced together“ scheint sich die Band zu so etwas wie einer, nun ja, zu einer Album-Band zu entwickeln. Dass hier eine Veränderung stattfinden musste, war ohnehin klar; denn die Rakes haben an und für sich doch eher begrenzte musikalische Fähigkeiten. Die Gefahr, sich zu widerholen, war also riesengroß.

Selbst 1989 wirkt nicht wie die Single, die sie ja eigentlich ist; da kann auch das fröhliche „la la la la la la…“ rein gar nichts dran ändern. Scheppern auf Album-Niveau lautet stattdessen die Devise. Dank der versteckten Komplexität und der britischen Leichtigkeit des Schepperns funktioniert das bei den Rakes auf „Klang!“ erstaunlich gut.

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