Soap&Skin: Lovetune for Vacuum

Eigentlich tut man Anja Plaschg schon etwas Unrecht, wenn man ihre Musik als Musik-gewordenes „Sleepy Hollow“ bezeichnet (sie kennen vielleicht den Film mit Johnny Depp und Christina Ricci aus dem Jahre 1999); doch genau diese Assoziation das Hören von „Lovetune for Vacuum“ durchaus erwecken.

Hier zaubert die düstere, seltsam verschrobene Stimme von Anja Plaschg, die sich als Künstlerin Soap&Skin nennt, eine Klangwelt, die voller Zerrissenheit, Leidenschaft und Intimität ist. Säuselnd, dann wieder fast schreiend zieht sie sich doch eine Welt aus Schweinen (Plaschg wuchs auf einer Schweinfarm auf und soll das Gequieke auf ihrem Album irgendwo verarbeitet haben), Klassik und „Gothic Pop“ (wie es der Musikexpress (2009/04) nennt).

Soap&Skin: Der Fantasie-Garten einer etwas sonderbaren Österreicherin im Post-Teenie-Alter?

Erstaunlich ist bei all dem auch so schon Erstaunlichen, dass Anja Plaschg 18 Jahre jung ist und man eine derartige Schwermut so normalerweise nicht erwartet. Seltsam ist das, was der jungen Dame, die sich schlicht Soap&Skin nennt, offensichtlich durch den Kopf geht, zugleich aber auch verstörend, manchmal unheimlich, und doch wunderschön.

Ob man dies nun Gesang nennen möchte, oder nicht, sei dahingestellt. Ohnehin intonieren einige der größten Künstler unserer Zeit – man denke da an Nick Cave, Bob Dylan oder Johnny Cash. Dies  ist (fast) schon große, jedoch schwer verdauliche Kunst, an der Anja Plaschg alias Soap&Skin sicherlich auch weiterhin an der Wiener Akademie der Bildenden Künste bastelt.

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