Max Herre: Geschenkter Tag (das Album)

Max Herre hat ein völlig unaufgeregtes Album aufgenommen. Was nicht bedeutet, dass es keine Veränderungen im Leben des Ex von Joy Denalane und dem Freundeskreis gibt. Bereits in der akustischen Version des Hits „Anna“ bewies Max Herre, wie beseelt seine Stimme ist.

Genau um diesen zartschmelzenden Soul geht es auf „Geschenkter Tag“. Die gleichnamige Single ist da der einzige Song, der mit Spelunken-haftem Charme fast schon zu dem „Aufreger“ des Albums wird – wäre er nicht derart unaufgeregt.

Max Herre: Beseelt, oder doch langweilig?

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Ist das neue Album vom Max Herre nun also langweilig? Mit Sicherheit wird es so manchem Zuhörer gehen, dem z.B. schon die neue Jan Delay nicht derbe genug ist, oder nicht akzeptieren mag, dass das Kreativ-Kolleg Freundeskreis Geschichte ist. Max Herre ist älter geworden – vor allem im Geiste – eine gewisse Altersweisheit schleicht sich in seine Musik ein. Die dezente Reflektion des Lebens steht nunmehr im Vordergrund, vielleicht auch nur die des Alltäglichen, denn mehr möchte uns Max Herre wohl bewusst nicht erzählen. Vielleicht, weil er mit Vorliebe nur die kleinen Dinge reflektiert, womöglich aber auch, weil es ihm (noch) an Größe fehlt.

Heute ist Max Herre mit Geschenkter Tag vor allem Liedermacher: „Blick nach vorn“ ist der erste, vielleicht auch der schönste Song des Albums. Hier steckt die Hoffnung drin, die auch für den Rest der Platte symptomatisch ist. Da macht es nichts, dass ein Stück „Scherben“ heißt.

Selten habe ich übrigens ein derart homogenenes, harmonisches Album gehört. Wunderbar vorgetragen dazu – das rettet Geschenkter Tag vor der Langeweile, um sich schließlich langsam zu entwickeln. Ob das auf Substanz hindeutet… ?

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