Jan Delay hat endlich die Reife, um ein wirklich gutes Album zu machen. All die Jahre diese tollen Ansätze, die aber nie zu Ende gedacht wurden. Und jetzt “kommt von irgendwo diese Mucke her”. Seit Peter Fox ist dies das beste deutschsprachige Album, das die Menschen im Sturm erobern wieder.
Jan Delay: Wir Kinder vom Bahnhof Soul sind nachdenklich geworden
Nachdenklich ist er geworden, der Jan Delay. In der dicken Hose ist nun endwas mehr Platz; diese neu gewonnen Freiheit beflügelt natürlich: Hip Hop, Soul, Funk, Disko, Pop - die Mischung auf Wir Kinder von Bahnhof Soul macht einfach Spaß. Jan Delay taumelt zwischen Melancholie und Lässigkeit, wobei er gerade in den ruhigen Momenten zu absuluter Hochform aufläuft. “Hoffnung” ist hier ein Stück, das gleichzeitig das Cover zum Album recht eindrucksvoll reflektiert.
Auffällig sind auch die musikalischen Anleihen, die auch textlich in Form von Reminiszenzen verarbeitet werden. Das hat chic, ist zeitlos modern und geht diesmal sogar richtig tief. Jan Delay hat mit Wir Kinder vom Bahnhof Soul für Jan Delay Verhältnisse ein waschechtes Singer-Songwriter-Album aufgenommen.
In der Tat haben die Songs auf Wir Kinder vom Bahnhof Soul richtig Potential; im Ergebnis präsentiert uns Jan Delay ein homogenes Album, dass sich erst langsam entfaltet. Gleichzeitig bleibt er für die viele alte Anhänger noch “derbe” genug. Alte Fans bei der Stange halten, neue hinzugewinnen, und dabei immer besser werden. Wir Kinder vom Bahnhof Soul ist dafür ein eindrucksvolles Zeugnis.






