Ich hätte nie gedacht, freiwillig einen Artikel über Gunter Gabriel zu schreiben: Über einen Typen, der in den letzten Jahren eher durch peinliche Aktionen “überzeugt” hat, als mit seiner Musik. Dennoch ist der gebürtige Westfale schon immer ein echter Typ gewesen, ein Urgestein mit Ecken und Kanten - ein “cooler” Typ eben. Gunter Gabriel hat im Leben so ziemlich alles mitgenommen, was ging - und das ist eine Menge. Wer könnte also - wenn nicht er - der deutsche Man in Black sein und so in die Fußstapfen von Johnny Cash treten.
German Rocordings: Das Alterswerk von Gunter Gabriel
Waren es bei der Country-Legende Cash noch die American Recordings, ist die Entlehnung Gabriels denkbar vorhersehbar: Mit den German Recordings kopiert Gunter Gabriel auf seinem Album “Sohn aus dem Volk” den am 12. September 2003 verstorbenen Altmeister - lediglich Sprache und Songauswahl markieren den Unterschied: Neben eigenen Kompositionen wie “Ich geb den Rest für dich” tummeln sich zahlreiche Coverversionen, wie etwa “Haus am See” von Peter Fox, mit “Ich bin ein Nichts” eine Reinterpretation von Radioheads Creep, oder eben die deutsche Variante von “Like a Hobo” von Charlie Winston.
Wieder einmal spaltet Gunter Gabriel die Gemüter: Während etwa in einem deutschen Musik-Forum eifrig gelästert wird, berichtet das Hamburger Abendblatt über das “Staunen der Kritiker”.
Persönlich entscheide ich mich für das wohlgesonnene Staunen: Für mich wird Gunter Gabriel auf “Sohn aus dem Volk” von der Kopie zum Original.






