Es gibt die Sonne, den Mond… und es gibt Placebo. So würde Brian Molko, der charismatische wie androgyne Sänger von Placebo das Universum der Rock-Musik am liebsten zurechtrücken. Doch auch, wenn er den „Battle for the sun“ beinahe für seine Band entschieden zu haben glaubt, ist das Trio auch nach der Frischzellenkur in Gestalt von Steve Forrest, der zum Zeitpunkt des Debüts gerade zehn Jahre alt war, auch im Jahre 2009 noch Galaxien von der Pole-Position im Rock-Olymp entfernt.
Das neue Album „Battle for the sun“ präsentiert sich dennoch mit vor Stolz-geschwellter Brust, und precht vom ersten bis zum letzten Ton rockig nach vorn – für Placebo-Verhältnisse, versteht sich. Die Melancholie ist dabei ein Stück weit auf der Strecke geblieben. Kein Wunder, schließlich hat es sich die Band um Brian Molko zum Ziel gesetzt, so viele Gothics wie nur eben möglich zu vergraulen, um freilich gleichzeitig den Mainstream zu erobern – nachhaltig und endgültig.
„For what it’s woth“, die erste Single von Placebo aus dem Album „Battle for the sun“ überraschte weniger mit ihrem straighten Indie Rock, als vielmehr durch die Spiele-Konsolen-artigen Breaks, die den Song womöglich auf ein neues Level hieven sollte; im Ergebnis hieß es jedoch nach 2.52 Minuten „Game over“ – auch wenn der Song genug Potenzial besitzt, um für einige Nachhaltigkeit zu sorgen.
Placebo: Brain Molko ist in der Happy Hour angekommen
Aber lässt sich dieses Konzept der geradeaus rockenden, positivierten Placebo auf Album-Länge ausweiten? Immerhin gliedern sich die dreizehn Songs, teils mit gewissem Nerv-Potential („Battle for the Sun“), teils mit spannenden Ansätzen („Devil in the Details“, „Ashtray Heart“), ansonsten in ein homogenes Gesamtkonzept ein, das dem Up-Tempo zugetan ist.
Was fehlt, sind die intensiven Momente, die z.B. „Black Market Music“ so unwiderstehlich haben werden lassen, die Energie des Drum-driven-Albums „Meds“, und natürlich der Klassiker, den Placebo bereits 1998 mit ihrem zweiten Album „Without You I’m Nothing“ im Gepäck hatten.
Auch wenn Placebo in ihrem Kosmos durchaus noch unentdeckte Weites ausloten, verbleiben sie doch innerhalb eng gesteckter Grenzen. Im Ergebnis ist „Battle for the Sun“ somit ein gutes bis sehr gutes Album, dessen Schwäche jedoch insbesondere in den fehlenden Ecken und Kanten zu sehen ist.







[...] er da leider nichts mehr mitbekommt. Doch auch für alteingesessene Bands wie Depeche Mode oder Placebo geht es nach erfolgtem Gipfelsturm schnell wieder [...]