In den ersten Momenten, in denen die Single Daniel von Bat for Lashes ertönt, fühlt man sich ein wenig an Enya erinnert. Hat man diesen Gedanken nach ein paar Sekunden wieder beiseite geschoben, kann man sich dem entrückten Pop-Song endlich hingeben.
Daniel ist jedoch nur teilweise prototypisch für das Album Two Suns, das die britische Songwriterin Natahsa Khan mit märchenhaften Sounds und dezenten, dennoch aber markanten Beats inszeniert. Um für gehörig Atmosphäre zu sorgen, wird das gesamte Klangspektrum ausgenutzt: Pianos, Streicher, Mandolinen, Orgeln – Bat for Lashes schwebt zwischen Folk, Synthie-Pop und sogar Dance frei umher. Pop in Reinform findet sich indes ausschließlich bei der Lead-Single des Albums, das trotz großer Harmonien bei weitem nicht so eingängig ausgefallen ist.
Herausgekommen ist mit Two Suns schließlich ein Indie-Musical, das den geneigten Hörer nicht beim ersten Hören packt. Schließlich sind wir hier ja auch nicht bei “Abba – Das Musical” und wollen auch nicht nur MSN Sprüche machen. Eine Hauptdarstellerin wie Natasha Khan schlüpft lieber in ihre ganz eigene Rolle, die sie mal eben zu einer hinreißenden, elfengleichen Kunstfigur hochstilisiert. Auch, wenn sie ein wenig bei Björk und Kate Bush gespickt haben mag.
Letztlich ist das bei Bat for Lashes natürlich voll und ganz legitim, wenn sie auf diese Weise vielleicht sogar das Pop-Märchen 2009 auf die Bühne bringt. Dort, wo etwa Björk zuletzt schwächelte, liefert Natasha Khan womöglich bereits mit ihrem zweiten Album Two Suns ihr Meisterwerk ab.






