Wir wollen es mal nicht übertreiben; schließlich ändert Herr Doherty seinen Namen ja nicht in „The artist formerly known as Pete“ oder gar in „Pete Diddy“. Vielmehr möchte der junge Mann, der aus den britischen Schlagzeilen kaum wegzudenken ist, bei vollem Namen gerufen werden: Gestatten: Peter Doherty.
Der Anlass ist auch denkbar günstig und somit folgerichtig gewählt. Schließlich veröffentlicht Peter “Pete” Doherty sein erstes Soloalbum, das in gewisser Weise hochgradig ambivalent ist: Auf der einen Seite zeigt der gute Pete, dass er vielleicht doch noch erwachsen, d.h. vernünftig wird, auf der anderen Seite geht er zurück zu seinen Wurzeln.
Grace/Wastelands von Pete Doherty: in erster Linie eine poetisches Singer-Songwriter-Album
Denn auf Grace/Wastelands geht es betont um den Song, und somit auch und gerade um die Poesie, die in dieser Musik und nicht zuletzt in Pete Doherty steckt. Geradezu brillant, wie der Musiker und Poet mit sich selbst ins Gericht geht; hier taumelt er zwischen Verfall, Gnade und der Anmut eines Königs.
Zu den Höhepunkten auf diesem intimen Album Grace/Wastelands zählt sicherlich der „Broken Love Song“, aber auch „New Love Grows on Trees“. Und auch Albion, das Paradies des ersten Albums der Babyshambles scheint wieder eine Rolle zu spielen: Immerhin besingt Peter Doherty in „Arcadie“ die Schlichtheit einer paradiesischen Welt. Und da schließt sich der Kreis: Grace/Wastelands ist ein weiteres Zeugnis, das zeigt, wie sehr sich der gute Pete in andere Welten wünscht. Da, wo es die Musik und seine Poesie nicht vermochten, mussten Drogen herhalten. Ob ihm die Musik nun endlich Ventil genug sein wird?






