A Fine Frenzy: Blow Away

A  Fine Frenzy, aka Alison Sudol (auch wenn es eigentlich eine Band sein soll), möchte auch mit dem zweiten Album ihren persönlichen Sommernachtstraum weiterhin träumen dürfen. Entsprechend traumhaft soll daher auch das zweite Album der in Shakespeare vernarrten Künstlerin aus Seattle klingen, die mit dem Song Almost Lover und auf langer Strecke mit One Cell in the Sea den Durchbruch geschafft hat.

Mit Blow Away versucht sie nun, an den Erfolg von 2008 anzuknüpfen. Diesmal wirkt Alison Sudol eindringlicher, ohne den schwebenden, fast schon luftigen Charakter in ihrer Musik zu verlieren. Dies ist genau die Mischung, die Blow Away von A Fine Frenzy braucht. Es geht um Schmerz, aber auch um die Hoffnung, ihn einfach wegblasen zu können.

Die Sehnsucht nach Freiheit, zugleich aber die Befürchtung, gefangen zu sein, führt bei A Fine Frenzy zwangsläufig zu einem gewaltigen Problem – dies führt unweigerlich zur Bomb in a Birdcage, die in dem gleichnamigen Album von A Fine Frenzy zu explodieren droht. Die Frage, welche Rolle Alison Sudol hier spielt – die Bombe oder das fröhlich trällernde Vögelchen – muss bis dahin unbeantwortet bleiben.

A Fine Frenzy: Mit Blow Away auf Höhenflügen?

Beantwortet werden kann jedoch die Frage, ob Blow Away die zierliche Alison Sudol auch weiterhin in luftige Charts-Regionen trägt und das Märchen weiterhin wahr werden lässt. Nun, die Chancen stehen gar nicht schlecht, auch wenn der erste Akt des neuen Albums A Bomb in a Birdcage vermutlich nicht an den Erfolg von Goodnight Lover anknüpfen wird. Dennoch zeigt sich, wie A Fine Frenzy weiter an ihren Ideen feilt, ohne sich dabei untreu zu werden. Der Inhalt zählt, die Verpackung stimmt auch – allein die Sensation wird mit dem zweiten Streich von Alison Sudol wohl ausbleiben. Konstatierung auf hohem Niveau nennt man das wohl: Es sei denn, Shakespeares Sister hält doch noch die eine oder andere Überraschung parat, die für Sturm und Drang bei Hörern und Käufern gleichermaßen sorgen wird.

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